Entwicklungspolitische Bildungsarbeit

Themenschwerpunkte 2018

Themenschwerpunkte 2018

Im Jahr 2018 widmet sich die DIZ in ihrer entwicklungspolitischen Bildungsarbeit zwei Themen: den vergessenen Krankheiten und dem Engagement von Frauen in Indien.

Die vergessenen Krankheiten

Einerseits möchten wir uns passend zum BMZ-Projekt des Ecumenical Sangam zur Aufklärung bezüglich Lepra und Tuberkulose auch hier mit den vergessenen Krankheiten beschäftigen. Lepra und Tuberkulose gehören zu den vernachlässigten bzw. armutsbegünstigten Krankheiten, in deren Erforschung und Behandlung nur unzureichend investiert wird. Lepra beispielsweise ist eine der ältesten Infektionskrankheiten, die in Indien noch sehr verbreitet ist. Wir möchten zeigen, wie viele Menschen noch immer unter diesen vergessenen Krankheiten leiden, die hierzulande längst keine Rolle mehr spielen. Andererseits existiert gerade in Indien auch eine florierende High-Tech-Medizin mit besten Behandlungsmöglichkeiten, es besteht ein regelrechter Medizin-Tourismus in die guten Krankenhäuser des Landes – diejenigen, die es sich finanziell leisten können, sind bestens versorgt. Über diese bestehende und sich immer mehr öffnende Schere in der medizinischen Versorgung möchten wir ebenfalls diskutieren.

Das Engagement von Frauen in Indien

Die Situation der indischen Frauen ist ein Thema, das sowohl uns in der Projektzusammenarbeit, viel mehr aber noch unseren indischen Partnern tagtäglich begegnet. Die Stärkung der Frauen ist ein wichtiges Anliegen unserer Projektpartner, einerseits um die Entwicklung der Gesellschaft voranzutreiben, andererseits um den Frauen zu mehr Selbstbestimmung zu verhelfen und ihre Lebenssituation zu verbessern. Seit mehreren Jahren werden die sexuelle Gewalt gegen Frauen, ihre Ausbeutung und die Misshandlungen, die viele von ihnen erleben, in der breiten Öffentlichkeit in Indien diskutiert. Die Proteste nach mehreren Vergewaltigungen, die das Aufsehen der Medien und dann der Öffentlichkeit erregten, sind nicht abgeebbt. Diese gesellschaftliche Entwicklung wollen wir nachvollziehen und mehr darüber erfahren, ob die Proteste nach den Vergewaltigungen in den Jahren 2012 und 2013 Änderungen hervorgebracht haben. Zudem richten wir unser Augenmerk auf das Gefälle zwischen Stadt und Land – die Situation der Frauen in Großstädten stellt sich ganz anders dar als die der Frauen im ruralen Indien. Auf dem Land wissen viele Frauen oft kaum um ihre Rechte, die fortschrittliche indische Verfassung, die ihnen nahezu Gleichberechtigung zugesteht, nützt ihnen im Alltag nichts.